Das Wichtigste in Kürze
• Powerbanks und Ersatzbatterien gehören ausschließlich ins Handgepäck – niemals in den aufgegebenen Koffer.
• Die 100-Wh-Grenze ist der EU-weite Standard: Bis 100 Wh ist eine Powerbank ohne Genehmigung erlaubt.
• Zwischen 100 und 160 Wh ist eine vorherige Genehmigung der Airline nötig, meist begrenzt auf maximal zwei Geräte.
• Über 160 Wh ist die Mitnahme in Passagierflugzeugen komplett untersagt.
• Viele Airlines verbieten seit 2026 zusätzlich das Aufladen von Geräten mit der Powerbank während des Fluges.
• Laptops, Tablets und Kameras sollten aus Sicherheits- und Versicherungsgründen ins Handgepäck.
Warum die Regeln 2026 so streng sind
Der Auslöser war ein Feuer an Bord eines Air-Busan-Airbus A321, verursacht durch eine Powerbank im Gepäckfach. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) verschärfte daraufhin im März 2026 die weltweiten Grundregeln für Lithium-Batterien, und die IATA passte mit der 67. Ausgabe ihrer Dangerous Goods Regulations zum 1. Januar 2026 die globalen Vorgaben an.
Der Grund: Ein überhitzter Lithium-Akku im Frachtraum kann unbemerkt brennen, während ein Vorfall in der Kabine sofort von der Crew bekämpft werden kann. Genau deshalb gilt für alle Geräte mit Lithium-Akku dieselbe Grundregel: Kabine ja, Frachtraum nein.
Elektronische Geräte im Handgepäck: Das ist erlaubt
Grundsätzlich dürfen persönliche elektronische Geräte in normalen Mengen mit ins Handgepäck. Die meisten Airlines orientieren sich an einer Obergrenze von etwa 15 bis 20 Geräten pro Person, darunter:
• Smartphones und Tablets
• Laptops und E-Book-Reader
• Kameras und Action-Cams
• Kopfhörer und tragbare Spielkonsolen
• Powerbanks und Ersatzakkus (mit Einschränkungen, siehe unten)
Wichtig: Ersatzbatterien und Powerbanks dürfen nicht lose im Gepäckfach über dem Sitz verstaut werden. Die meisten Airlines verlangen, dass sie am Körper getragen oder in der Tasche am Vordersitz griffbereit bleiben – damit im Ernstfall schnell reagiert werden kann.
Powerbanks und Lithium-Batterien: Die Wattstunden-Grenzen im Überblick
Die Kapazität einer Powerbank wird in Wattstunden (Wh) angegeben. Steht nur die mAh-Zahl auf dem Gerät, lässt sich der Wert leicht umrechnen:
Wh = (mAh × Spannung in Volt) ÷ 1000
Bei den meisten Powerbanks mit 3,7 Volt entspricht das etwa: mAh × 3,7 ÷ 1000.
|
Kapazität |
Regel |
|
Bis 100 Wh (ca. 27.000 mAh) |
Ohne Genehmigung im Handgepäck erlaubt |
|
100–160 Wh |
Genehmigung der Airline nötig, meist max. 2 Geräte |
|
Über 160 Wh |
In Passagierflugzeugen generell verboten |
Ist die Kapazitätsangabe auf der Powerbank abgerieben oder nicht mehr lesbar, kann das Gerät am Sicherheitscheck komplett verweigert werden – unabhängig von der tatsächlichen Kapazität.
Neu seit 2026: Ladeverbot an Bord
Ein Trend, den viele Reisende noch nicht kennen: Zahlreiche Airlines untersagen inzwischen, während des Fluges Geräte mit der Powerbank aufzuladen oder die Powerbank selbst über die Bordsteckdose zu laden. Bei Start, Landung und Rollen auf dem Rollfeld ist die Nutzung ohnehin generell verboten.
Airline-spezifische Regeln im Vergleich
Auch wenn EU-Verordnung 2015/1998 die Grundlage bildet, setzen einzelne Fluggesellschaften eigene Akzente. Diese solltest du vor der Buchung kennen:
|
Airline |
Powerbank-Regel |
Besonderheit |
|
Lufthansa-Gruppe (Lufthansa, Swiss, Austrian, Brussels Airlines, ITA, Discover) |
Kein Laden/Nutzen an Bord seit Mai 2025 |
Max. 2 Ersatzbatterien, sichtbar verstauen |
|
Eurowings |
Max. 2 Powerbanks seit 15.01.2026 |
Laden & Nutzung an Bord untersagt |
|
Ryanair |
Bis 20 Ersatzbatterien á max. 100 Wh |
Nutzung erlaubt außer bei Start/Landung |
|
easyJet |
Ähnlich streng wie Ryanair |
Klare Wh-Angabe zwingend sichtbar |
|
British Airways / Jet2 |
Bis 20 Ersatzbatterien unter 100 Wh |
Großzügigere Stückzahl-Regelung |
|
Singapore Airlines, Emirates, Cathay Pacific |
Komplettes Nutzungsverbot an Bord |
Teils auch Verbot im Gepäckfach |
|
Tipp: Da sich die Regeln je nach Airline und selbst je nach Flugstrecke unterscheiden können, lohnt sich vor jeder Reise ein kurzer Blick auf die aktuellen Gepäckbestimmungen der jeweiligen Fluggesellschaft. |
Laptop, Tablet und Kamera: Koffer oder Handgepäck?
Auch wenn es keine generelle EU-weite Pflicht gibt, Laptops und Kameras im Handgepäck zu transportieren, raten wir klar dazu – aus zwei Gründen:
• Sicherheit: Der Frachtraum ist bei Verlust, Diebstahl oder groben Gepäckwurf deutlich risikoreicher für empfindliche Technik.
• Akku-Vorschriften: Viele dieser Geräte enthalten fest verbaute Lithium-Ionen-Akkus über 100 Wh, die im Aufgabegepäck grundsätzlich verboten sind.
|
Ins Handgepäck |
Unkritisch für den Koffer |
|
Laptop, Tablet, Smartphone |
Ladekabel & USB-Netzteile ohne Akku |
|
Kamera, Action-Cam + Ersatzakkus |
Externe Festplatten (2,5" / 3,5") |
|
Powerbanks & Ersatzbatterien |
Elektrische Zahnbürsten / Rasierer |
|
Drohnen-Akkus |
— |
|
E-Book-Reader |
— |
Smart-Koffer mit eingebautem Akku
Wer einen Koffer mit integrierter Powerbank, USB-Ladeanschluss oder GPS-Tracker besitzt, sollte vor dem Check-in prüfen, ob sich der Akku werkzeuglos entnehmen lässt. Ist das nicht möglich, verweigern viele Airlines – darunter Ryanair und easyJet – die Aufgabe des Koffers im Frachtraum. Modelle mit herausnehmbarem Akku sind hier klar im Vorteil: Der Akku wandert einfach mit ins Handgepäck, der Koffer kann normal aufgegeben werden.
Elektronik sicher verpacken: So kommst du entspannt durch die Kontrolle
• Nutze einen Elektronik-Organizer im Handgepäck und pack Powerbank sowie Ladekabel getrennt, damit sie auf dem Röntgenbild klar erkennbar sind.
• Wickle Kabel nicht um die Powerbank – umwickelte Kabel können zusammen mit den Metallzellen verdächtig aussehen.
• Isoliere freiliegende Kontakte von Ersatzakkus mit Klebeband oder verstaue sie einzeln in Schutzhüllen.
• Achte darauf, dass die Wh-Angabe auf der Powerbank gut lesbar ist – ein abgeriebenes Etikett kann zur Konfiszierung führen.
• Lade Powerbank und Geräte vor dem Flug vollständig auf, da das Laden an Bord bei vielen Airlines nicht mehr erlaubt ist.
Häufige Fragen (FAQ)
Darf ich meinen Laptop im Aufgabegepäck transportieren?
Erlaubt ist es bei den meisten Airlines grundsätzlich, empfohlen wird es aber nicht – wegen des Bruchrisikos und weil manche Akkus die Wh-Grenze für den Frachtraum überschreiten.
Wie viele Powerbanks darf ich mitnehmen?
Das hängt von der Airline ab. Üblich sind ein bis zwei Powerbanks unter 100 Wh ohne Genehmigung, bei manchen Airlines (z. B. British Airways) auch deutlich mehr, sofern jede unter 100 Wh liegt.
Was passiert, wenn eine Powerbank im aufgegebenen Koffer gefunden wird?
Sie wird in der Regel aus dem Koffer entfernt, was zu einer Verzögerung bei der Gepäckabfertigung führen kann – im schlimmsten Fall reist der Koffer erst mit einem späteren Flug nach.
Muss ich meine Powerbank am Sicherheitscheck extra vorzeigen?
Ja, es empfiehlt sich, sie separat in die Kontrollschale zu legen und die Kapazität griffbereit zu haben, falls das Sicherheitspersonal nachfragt.
Fazit
Elektronische Geräte gehören für die meisten Reisenden zum Gepäck wie Kleidung und Kulturbeutel – doch bei Lithium-Akkus lohnt sich 2026 besondere Vorsicht. Die Grundregel bleibt einfach: Powerbanks und Ersatzbatterien nur im Handgepäck, niemals im Koffer. Wer zusätzlich die spezifischen Vorgaben seiner Airline kennt, sicherheitsbewusst packt und die Wattstunden-Grenzen im Blick behält, reist entspannt und ohne böse Überraschungen am Gate.
|
Tipp: Auf der Suche nach dem passenden Koffer für deine nächste Reise? In unserem Sortiment findest du Handgepäck-Koffer mit praktischen Organizer-Fächern für Elektronik – ideal, um Powerbank, Kabel und Ladegeräte sicher und griffbereit zu verstauen. |
0 Kommentare